Nachwort

Manchmal passieren die Dinge einfach so und Dir fällt nichts mehr ein, was Du noch sagen könntest. Eben noch warst Du voller Worte, Dein Herz lag offen vor Dir und Du dachtest, Du hättest endlich geschafft, es zu verstehen, zu sezieren und zu beschreiben, was es Dir mitteilen will. Und dann berührt irgendwas Deine Stirn, ein Wind von Norden oder der Flügelschlag eines unsichtbaren Vogels. Und es lenkt Dich ab von Deiner sorgfältigen Arbeit, Deinem peniblen Versuch, zu definieren, was nicht zu definieren ist. Und ehe Du Dich versiehst, sind sie weg, die Worte. Und wortlos liegt das Herz offen da und Du musst es schnell einpacken, verstecken, bevor jemand merkt, dass es da so hilflos schlägt. Denn wer soll das verstehen, dieses verletzliche Stück Du – ungeschützt und ein bisschen naiv und so unkontrolliert pochend. Wer soll es verstehen, wenn Du selbst nichts dazu sagen kannst?

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4 Antworten zu Nachwort

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  2. pierre sagt:

    Du beschreibst das Trauma aller verletzten Seelen. beschädigt,verletzt , zerstört durch ihre frühkindlichen Erfahrungen sind sie nicht in der Lage den prozeß der Erkenntnis zu definieren. Nicht die anderen haben es zu verstehen; nur Du kannst es und damit auch verändern. Alles andere lässt Dich weiter im Nebel deiner Dir unbekannten Seele leben.

    • provinzkind sagt:

      Hallo Pierre,
      Du glaubst also, es liegt alles in frühkindlichen Erlebnissen begründet? Jede Verletzung, jedes Trauma? Ist das nicht ein bisschen zu einfach? Das hieße ja, wir müssten alle nur ’ne ordentliche Therapie machen und dann geht’s uns wieder gut. Ich glaube aber, so einfach ist es nicht. Wer sagt, denn, dass Erkenntnis überhaupt möglich ist?

  3. Sehr nuetzlich. Das hat mir weitergeholfen, danke!

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