Zurückgelassen

Die Sonne scheint und scheint dabei, als tue sie das nur für mich. Meine Schuhe hinterlassen Spuren im staubtrockenen Staub und  jedem Schritt folgt ein schläfriges Echo. Der Müll türmt sich friedlich neben dem leeren Papierkorb, die letzten Reste der Zivilisation. Eine Hängematte baumelt unbelegt im Wind. Kein Motorrad jault auf, kein Bauarbeiter brüllt, kein Festivalsound wummert durch die Luft. Ein Hund hat sein Haupt in das kühle Gras gelegt. Es gibt heute keine Jogger zu jagen.

Ab und zu startet ein Flugzeug in den westlichen Himmel, da drüben, wo Tegel immernoch steht. Flug um Flug trägt es die Menschen hinaus, die glauben, woanders wäre es schöner als hier. Zurück bleibt dampfender Asphalt und eine seltsam seltene Ruhe. Die Stadt hat sich am Sommer betrunken und schläft nun ihren Rausch aus. Ach Berlin, Du verwahrlostes Ding, einsam und zurückgelassen. Wie sehr gefällst Du mir heute.

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