Schlimme Momente

Der schlimmste Moment des Tage ist der, an dem man aus dem Bett aufstehen muss. Er wird eigentlich nur noch überboten von dem Moment, an dem man den Vorhang am Fenster zur Seite schiebt, hinaus schaut in die graue Brühe, die sich über der Stadt zusammengebraut hat und erkennt, dass auch dieser Tag nichts aber auch gar nichts Schönes bereit hält. Noch ein bisschen schlimmer ist dann vielleicht nur noch der Moment, wo man in den Schrank schaut und nichts findet, was diesem grässlichen Wetter angemessen wäre und sich in irgendwas Wollenes, Kratzendes zwängt, was schon im letzten Winter eingelaufen und viel zu eng war und modisch auch schon lange nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Eigentlich gibt es danach nur noch einen Moment, der schlimmer ist, als all die anderen. Es ist der Moment, an dem man das Haus verlässt und sich widerwillig in die Regensuppe hineingleiten lässt, wie ein Boot, das jemand losgebunden hat und das nun haltlos und ziellos durchs Meer fährt. Und wenn man dann denkt, schlimmer kann es eigentlich nicht mehr werden, sieht man plötzlich all die anderen Gesichter in der Stadt, fahl, leer, missmutig, nassgeregnet. Man blickt in hundert Spiegel seines eigenen Befindens und erschaudert innerlich, weil man sich bei dem Gedanken gruselt, der einen plötzlich erfasst.

DASS
DAS
JETZT
FÜNF
MONATE
SO
WEITER
GEHT
!!!

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Filed under Restbestände

2 Responses to Schlimme Momente

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